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Nocte Obducta - Galgendämmerung - Von Nebel, Blut und Totgeburten cover art
Band
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Galgendämmerung - Von Nebel, Blut und Totgeburten

(2002)
TypeStudio Full-length
GenresBlack Metal
LabelsGSM
Album rating :  -
Votes :  0
Lyrics > N > Nocte Obducta Lyrics (44) >

Galgendämmerung - Von Nebel, Blut und Totgeburten Lyrics

(9)
Submitted by level DaveÅkerfeldt
1. Fruchtige Fäulnis (3:00)
Rauchig strich die fruchtige Fäulnis übers Fleisch verwöhnter Gaumen
Süß verbrannten gold'ne Flüsse Speichel mit erles'nen Schmerzen
Und bei einem weiteren Schluck aus diesem Kelch fruchtiger Fäulnis
Fanden ihren Weg aufs Blatt die Worte aus erzürntem Herzen:
"Herbstlaub will ich sein auf eurem immergrünem Frühlingsrasen
Urnen sollen bersten angefüllt mit euren leeren Phrasen
Mond und Sonne sollen boshaft hinter Galgenhügeln stehen
Und ihr sollt den Durst in unsren kalten, harten Augen sehen..."
2. Der Durst in meinen Augen (9:38)
Oh, tiefe Nacht...wir, sechs dunkle Fürsten, die wir waren
Im Prunkgemach von schwerem Samt und blutig roten Farben
Das Licht der schweren Kandelaber brach sich zart in schwerem Wein
Benetzte unsre Augen, die so hungrig mit dem Purpurschein

"Oh, schönes Kind...höre nur, der Tod ruft deinen Namen"
Der Mond sah bleich auf sie hinab, sie stand am eigenen Grabe
"Die Finsternis, sie ruft nach dir, wirst du widerstehen?"
Mein Ruf würgt dein Tageslicht, du wirst es nie mehr sehen

Lächelnd sprach die Nacht uns schuldig der Blasphemie
Des Verlangens
Verfluchend die Enthaltsamkeit
Und ich sah in den kristallenen Spiegeln
Den Durst in meinen Augen

Besinnliche Momente in der Ahnenbildgalerie
Die staub'gen Reihen finsterer Gemälde halb verfault und klamm
Dennoch saß das Leben tief in ihren zerfall'nen Blicken
"Du bist auch ein Wolf, der trotz der Liebe reißen muss das Lamm"
Die Abbilder der längst verstorb'nen zogen mich in ihren Bann
Der Wein in meinem Blute hauchte ihnen wieder Leben ein
Sie wussten, was ich war, ihr Fluch quoll durstig noch in meinen Adern
Durst trieb mich nun einmal mehr durchs Treppenhaus von Stein

Ich öffnete leise die kunstvollen Türen
Die Schatten empfingen mich als einen der ihren
Den Tod in den Augen durch eisigen Regen
Schritt ich ihr, deren besiegelt, entgegen

Mondlichtdurchsetzt war der Mitternachtsnebel und träumte von Tod und von Leben
Liebkoste in nasskalter, böser Umarmung ein Standbild von Nehmen und Geben
Jung war das Fleisch, dem den Tod ich gegeben, ich hielt in den Armen den sterbenden Schmerz
Noch immer vermochte ihr süßes Gesicht zu erwärmen mein stetig erkaltendes Herz
Und als ich mich all dieser Nächte entsann, da durchfuhr mich ein eisiger Schauer
Der Nachgeschmack fremden Blutes, er barg stets ein schweres Aroma von Trauer
Doch aufrichtiger Dank und ein stummes Versprechen, ein dem Tod abgerungenes "Ja"
Lag jetzt wie ein Siegel erstarrender Hoffnung in ihrem schon leblosen Augenpaar

Es reflektierten die blicklosen Blicke
Den Durst in meinen Augen
3. Eins mit der Essenz der Nacht (5:30)
Es war einmal eine Schönheit, die hieß Nacht
Und hatte drei Töchter, deren eine Dunkelheit hieß...
Und sanft senkte sie sich über Seelenlandschaften
Und barg weite Fluren in ihrem Gewand
Und tauchte in Schwarz all die Berge und Wälder
Und mich, der ich mich ihr anvertraut fand

Es war einmal eine Schönheit, die hieß Nacht
Und hatte drei Töchter, deren eine Verborgenheit hieß...
Und sie trat aus dem Schatten ihrer Schwester
Und im Mondlicht schritt sie leibhaftig und zart
Und war nicht mehr länger verborgen im Dunkel
Und Verlockung in ihren Zügen lag

Als sie durch Sphären des sonnenfernen Reiches
Durch die Nachtnebelschwadengefilde
Da folgte ich dem Kind der Nacht
Folgte Augen...

Über blinde Brücken über schwarze Schluchten
Die mit bodenlosen Echos des Zweifelns mich riefen
Auf dass ich stürzen möge, auf dass ich scheitern möge
Doch der Ruf der Nacht war süßer als die Stimmen der Tiefe

Als sie innehielt in den Sphären des sonnenfernen Reiches
In den Nachtnebelschwadengefilden
Da lehrte mich das Kind der Nacht
Verborgenes...

Es war einmal eine Schönheit, die hieß Nacht
Und hatte drei Töchter, deren eine Stille hieß...
Und es schwiegen die Wälder in nächtlichem Frieden
Und von fern drang ein Seufzer durch die Dunkelheit
Und nur ein Hauch fuhr verträumt durch die Wiesen
Und es ward alles Stille und...Ewigkeit

Eins mit der Essenz der Nacht
4. Nebel über den Urnenfeldern (7:00)
Ich spüre nur den kalten Wind in meinen leeren Händen
Und greife vage in nebelschweres Nichts
...das Continuum rinnt mit dem Nebel durch die Finger, einer Sanduhr gleich

Es formt der Dunst ein Meer, der Wald ein Bild des Hafens
Der lädt zu einer Überfahrt ins Land des ew'gen Schlafens
Es weiß das feuchte Gras um die, die hier begraben
Als Asche schwarz und alt wie das Gefieder toter Raben

Es teilt mein müder Schritt verwitterte Steinkreise
Die stumme Einsamkeit wispert vom Ende meiner Reise
Es lockt mich eine Stele, wartend zu verharren
Ich lausche Schweigen und dem Fluss, wo Totenkähne knarren

Es zieh'n am Horizont Familien schwarzer Schwäne
Lethes Wasser tauft das Holz der Ruder leerer Kähne
Es murmeln Erd' und Stein von dem, was sie genommen
Irgendwo ein Dryasstrauch - der Sommer wird nicht kommen

Es stürzt mein Leben wie das Bustum meiner Seele
Tiefer in die Nebel, die da wabern um die Stele
Es raunen Pithosgräber von den Kindestagen
Der Tag vergeht, die Kälte bleibt, den Frost ins Herz zu tragen

Es fällt verlor'ner Schnee, die Asche toter Winter
Auf gramvoll stumme Tumuli, die Hüter toter Kinder
Es schlägt ein kaltes Herz im Mond über den Feldern
Und totgebor'ne Wünsche wimmern schwächlich in den Wäldern
5. Totgeburt (3:43)
Kind der Muse - Totgeburt
Von den Zinnen karger Mauern
Stürzt das Bündel rohen Fleisches
Weißes Leinen greift nach Stein

Bette, Neuschnee, sanft den kalten
Körper in die frost'ge Wiege
Flöten ferner Winterwinde
Hauchen freudlos Wiegenlieder

Paten ungeträumter Träume
Trauern stumm am Kindesgrabe
Und wächst ein Traum von Rache
Schweigen tilgt die Grabgesänge

Jahre ziehen, um zu würgen
Jene, die die Wahrheit kennen
Böser Traum formt zarte Spuren
Immer wenn der Neuschnee fällt

Bleiche, kalte Kinderhände
Klopfen dumpf an hohe Tore
Die verschlossen mit Vergessen
Pochen sucht das Schweigen heim

Unter Zinnen karger Mauern
Flehend, sanft doch verächtlich
Nachtmahrgleiche Kinderstimme
Fordert wispernd immerfort

"Lasst mich ein, lasst mich ein..."
6. Der Sand des späten Winters (1:53)
Meine Spuren im kalten, grauen Sand
Ein tristes, graues Meer
Ein trister, grauer Strand
Wellen wie geschmolzenes Eis und Gischt wie junger Schnee
Und irgendwo ein Traum...
Und irgendwo in mir ein Stern vom Vorjahr, der verbrennt
Und irgendwo blasse Gestirne am noch jungen, grauen Firmament
Wie Kiesel im Spätwintersand
7. Galgendämmerung (4:37)
"Mutter, mich hat der Schlaf entführt
Und befleckt mit den hässlichsten Träumen
Die Riesen kopfüber aufgeknüpft
In der Ödnis, wo die Feuer brannten
Mutter, ich habe die Feuer gesehen
Dort unter der Schwärze der Himmel
Draußen zwischen den grausigen Körpern
Gemeuchelter toter Giganten..."

Und schon in den Feldern vor Sonnenaufgang
Beackern die Bauern ihr heilloses Land
Mit blutenden Händen die faulende Saat
In dem schimmelnden Schlamm zu bestatten
Und zitternde Ochsen vor morschen Pflügen
Beflecken mit blutigem Speichel den Matsch
Knacken mit teilnahmslos schlurfenden Hufen
Die Schädel der hässlichen Ratten

Als sich in einer unheilschwang'ren, stinkend roten Aura
Dort hinten bei den Galgen die fett aufgeduns'ne Sonne
Wie sterbend in den Himmel schleppt, da heben sich die Schädel
Der hirnlos gaffenden Bauern, grinsen wie in Wonne

Gnadenlos gehässig grinst die Galgendämmerung
Gnadenlos gehässig grinst die Galgendämmerung
8. Spiele mir ein Frühlingslied am Friedhofstor (4:39)
Ihr glaubtet wohl, als man uns mit viel gutem Wort bedachte
Da hätten wir den Schmach, den Zorn, den Hass, die Wut vergessen...
Ihr glaubtet wohl, als man uns süßen Wein und Früchte brachte
Da hätten wir verblendet wie das Kriechervolk gefressen...

In den Staub!
Und all die Lügen sollen eure letzten Worte sein
In den Staub!

In dieser dunklen Krypta legte einst ich alle Träume nieder
Sie bargen Fleisch und Blut für mehr als nur Geschichten, Lieder
Doch Kunst und Träume sind schon längst der Fraß für blinde Massen
Unter unsren Zeichen leben sie für alles was wir hassen

In dieser dunklen Krypta liegt der Glaube an die Welt begraben
Sie grapschen geifernd, sich an dem, was wir geliebt, zu laben
Sie sabbern dunkle Verse, schänden jeden wahren Traum
Galgendämmerung erwache, knüpfe sie an jeden Baum...

In dieser dunklen Krypta werden wir in stillem Zorn verweilen
Uns nicht weiter schindend, um das Übel anderer zu heilen
Glücklich, dass uns nichts als nur der eig'ne Wille hierhin bindet
Und die Hoffnung bleibt, dass nur wer ehrlich sucht, uns findet

Rost labt sich am kalten Eisentor des alten Grabsteingartens
Schleier vor verlass'nen Spinnennetzen kleiden Dornenbäume
Tau von Gräberfeldern setzt sich in die klebrig weiche Seide
Dunkle Frucht fällt dumpf auf Moos, sät bei den Wurzeln üble Träume
Nur ein schwaches Nebelleuchten hat der dunst'ge Mond verloren
Felsenkathedralen ragen grob und ohne Glanz empor
Efeu frisst die Totenlichter, würgt die Kreuze, deckt die Gräber
Finde mich und spiele mir ein Frühlingslied am Friedhofstor
9. Wenn nur im Tod noch Frieden liegt - Teil 1+2 (10:33)
Wenn Sagen und Lieder die Landen beschreiten
Wenn das Grauen, das noch schwärzer als Dunkelheit, fliegt
Wenn die Schrecken der verbotenen Stadt wieder reiten
Wenn nur im Tod noch Frieden liegt

Über die kargen, sagenumrankten, leidgetränkten Ebenen
Längst vergangener Schlachten
Hauchen heisere Hörner hässlicher Winde
Tragen das Leid aus vergangener Zeit
In den stöhnenden Stimmen der dereinst Gefallenen
Branden wie Meere von Schmerz und Verwünschung
An die zeitlosen Tore der schwarzen Stadt
Und die Geißel der Angst martert wieder das Land

Wenn er, der nicht sein darf, sich wieder erhebt
Wenn er Frieden zerfleischt wird von Hass und von Krieg
Wenn blutet und zittert ein jeder, der lebt
Wenn nur im Tod noch Frieden liegt

Schwarz gähnen die stählernen Tore der Verderbnis in der Finsternis der
uralten Mauern, die zinnenstarrend in den Nachthimmel ragen.
Leise wiegt sich ein kriegslüsterner Wind in den Nebeln.
Angstvoll und stumm schläft ein verkrüppelter Wald krummer Bäume, verhöhnt
von der stolzen Schrecklichkeit sinistrer Türme, verfluchter Mauern.
Die Stätte des Unheils liegt noch lautlos und still, doch ihr Hass und der
Durst nach Verwüstung und Schändung martern das Trugbild der Ruhe.
Noch weilt die Sonne weit hinter den himmelstützenden Bergen, doch sie
riecht schon das Blut eines grausigen Morgens...
...und ein markerschütternder Schrei dringt aus der verbotenen Stadt,
zerreißt die Stille der Nacht...
Info / Statistics
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Albums : 101,848
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