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Geïst - Galeere cover art
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Geïst

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Galeere

(2009)
TypeStudio Full-length
GenresBlack Metal
LabelsProphecy Productions
Album rating :  -
Votes :  0
Lyrics > G > Geïst Lyrics (19) >

Galeere Lyrics

(5)
Submitted by level DaveÅkerfeldt
1. Galeere (8:30)
Friedlich lag der neue Schnee auf kuehlen Hoehlen, die uns bargen.

Endlos schien die Stille, bis, fast lautlos noch zunaechst, das silberweiße Leichentuch von unseren Haeuptern schmolz.

Und mit den Tagen stieg das Wasser bis zu uns empor und zwang zur Flucht.
Sie sei uns auch verwirkt: Wir suchen wieder Heimat tief in euerem Abendland.

Entlang an Baechen und Luessen trieben wir hinab zum Meer und schlugen aus Baeumen, die wir tot am Ufer fanden, Holz fuer unser Schiff.

Das Bugspriet aus Schatten und Hauch, bis der Wind ihn zum Leben erweckt: Aus Haut ein Segel, das, ganz blass, dem Sturm sich durstig entgegenreckt.

Dazu schlagen wir den Takt auf Schädeln lang vergessener Schoepfer laenger noch vergessener Kunst: Und Knochenriemen, mehlig weiß und grau, lichtern irrend durch den Nebeldunst.

Und aus den Ankern euerer Kaehne, die in toten Haefen trieben, schmiedeten wir Fesseln fuer den Horizont.

So flohen wir in Kerkern unter Wasser, wo der Geist in Ketten liegt, wo die ehemals eisernen Legionen wahrer Schwaerze unter Masken für uns rudern.

Und um uns nur das Meer, ohne Ende, ohne Grund: Brennende Galeere auf dem Spiegel alter Welten.
2. Ein Winter auf See (9:40)
An den verlassenen Kaien schwimmen die Leichen von Moewen, die vor der Zeit die Welt weit draussen vergaßen.
Nun sind sie gefallen, ihr Gefieder ist rostig und rot, wie das der sterbenden Blaetter.
Durch die vergessenen Speicher weht kalt der Wind und was dort am Abend noch lag, haben nachts die achtlosen Diebe weggetragen.

Was sollen wir laden wenn der Vorrat sich neigt?
Was wir an Proviant noch fanden sind die Fruechte unserer berstenden Schaedel.
Sie werden wohl faulen, bevor die Sonne sich wieder erhebt.

Uns fehlen die Segel, uns treibt nur ihr Menschen.
Ihr werdet stehen an den Stegen, die viel zu flach zum gaehnenden Meer hin abfallen und uns winken, obschon ihr uns niemals kanntet.
Ihr glaubt wohl, ihr koennt in den stillen Worten der Lieder lesen, zu welchem Ziel es uns treibt.

Doch ihr irrt.
Wo sollen wir segeln, wo ist das Meer für uns tief genug?

Die Arche, die wir uns bauten mit dem letzten Holz des Herbstes, schaukelt noch einsam im Wind und zoegert und zweifelt und klagt.

Verbannt wird man uns nennen, wenn wir den Anker jetzt lichten.
Doch was ihr nicht wusstet: Wir genuegen uns selbst, um der Kaelte des Meeres mit der Farbe des schwarzen Onyx zu trotzen.

Bei unserer Rueckkehr sind wir allein und niemand wird auf uns warten.
Keiner haelt uns das Tau, das uns im Hafen noch bindet, wenn der Winter wiederkommt.
3. Durch Lichtlose Tiefen (8:50)
Seit Lethe versiegt war und kein Fluss uns mehr aufnahm, trieben wir auf den sieben fremden, großen Wassern der Stille durch lichtlose Tiefen.
Schon am zweiten Tag, als wir spürten dass der truebe Wind in die falsche Richtung wehte, haengten wir eueren Helden, den tauben Navigator am schwaerzesten Mast des Schiffes.

Seitdem fuehrt uns der ewig helle Glanz der Sterne durch lichtlose Tiefen.

Am goldenen Wrack des erfuellten Lebens vorbei gingen wir flanieren und mit den bleiernen Schuhen an unseren Fueßen vertrieben wir das schuetzende Moos vom zersetzten Ruder der zeitlosen Wuerde.

Unsere Saiten sind die Taue mit denen wir uns banden
und jedes Wort der Schrauben peitscht uns voran durch lichtlose Tiefen.

An den blumenlosen Graebern zeitloser Maenner, die vom faulenden Schlick des zersetzten Lebens bis zu den Fluegeln der Engel bedeckt sind, standen wir mit schimmernden Augen.

Und im schwindenden Licht des Eises folgten uns fliessend die Schemen der Toten durch lichtlose Tiefen.

Weit hinter uns trieben noch ziellos die Koerper der blassen Kinder absurder Gedanken.

Nur wer den Krieg nicht gesehen hat, redet vom Kamof.
Spuert ihr nichtm dass euere kraftlosen Kugeln in eueren Ruecken sich gegen euch richten?

Weil ihr euch tot fuehlt wisst ihr nicht, dass die strahlendsten aller verborgenen Perlen nur unter der Last der Jahrhunderte reifen.

Geht jetzt und streift wie wir durch lichtlose Tiefen.
4. Helike (8:26)
Erzuernt Poseidon nicht mit eueren Maekeln!
Euer Staat ist schon zerfallen an dem Tag, an dem ihr euere erste Marmorseule schlugt, als erstes Blut aus eueren Opfertempeln rann.

Langsam sanken euere Mauern...
Mit der Wollust in den Augen; Stolz wo keinem Stolz gebuehrt; Aus Neid auf euere Naechsten; Aus Zorn auf euere Schwaechen; Ohne Maß in euerer Sucht; Durch die Gier in euerem Geiste; Durch die Traegheit eueres Fleisches.

Endlich...
Schmolz das Wachs in Goettertiegeln und ergoss als Siegel sich in Feuerschein und kalten Fluten, eines Winters in der Nacht.

So nahten sich Poseidons Gaben erderschuetternd her vom Meer, so sanken euere Werke hin, ganz eins mit der Vergaenglichkeit.

Unter schimmernd blauen Spiegeln, ueber die der Faehrmann kreist, steht in kristallinen Hallen, was dem Hades hingereicht.

Erzuernt Poseidon ruhig mit eueren Maekeln!
Euer Staat wird auferstehen eines Tags.
Bis dahin aber schlaft in nassen Graebern,
seid dreitausend Jahre ungesehen.
5. Unter toten Kapitänen (15:44)
Schau die Glut hinter den Wellen, wie sie ohne Klang erlischt.
Vielleicht ist diese Daemmerung unsere letzte.
Leuchtturm waren wir in all den Stuermen, an unseren Tauen hingen blutend die Laternen.
Alles was hier nun noch scheint, ist mattes Licht wie aus Tavernen.
Aber schau, wir segeln unter toten Kapitaenen.

Wo ist der scheue Geist im Meer und stille Dunkelheit sich flüchtet, sucht toenerne Werke nicht!
Und solltet ihr sie finden, lasst sie wehen: Es ist besser, dass ihr sie vernichtet.

Sieh!
Über den Wellen sinkt die Nacht herab und unsere Segel sind erfroren.
Vielleicht ist diese Flaute unsere letzte.

An unserem Bug zerbrachen tausend Wetter und von unserem Deck erklangen tausend Lieder.
Alles was hier nun noch klingt, ist der Gesang von schwarzen Schwaenen.

Sieh!
Wir segeln unter toten Kapitaenen.

Aus den mordernden Urnen gesunkener Schiffe schreien die Glocken und Hoerner, ruehren das Wasser und treben den Nebel ueber die kalkweißen Klippen gegen die Stadt, dass wenn ihr erwacht, ihr den Ruf der Goetter dumpf nur getraeumt habt:
Alles ist ewig verloren.
Ich sah ein Schiff auf seiner dritten Fahrt in den verfluchten Erdenwinter treiben.
Vielleicht war diese Reise seine letzte.
Am gebrochenen Revers der Kapitaene sah ich von Ferne noch Medaillen leuchten und im Mahlstrom tauchte etwas auf und etwas tauchte unter, was ich nicht erkannte.

Niemand weiß wohin wir segeln, unter toten Kapitaenen.
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