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Angizia - Ein Toter fährt gern Ringelspiel cover art
Band
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Ein Toter fährt gern Ringelspiel

(2004)
TypeStudio Full-length
GenresDoom Metal, Dark Cabaret, Classical
LabelsMedium Theater
Album rating :  -
Votes :  0
Lyrics > A > Angizia Lyrics (35) >

Ein Toter fährt gern Ringelspiel Lyrics

(8)
Submitted by level Lord Deimos
1. Klopfzeichen, 1947 (2:25)
Erstes Kapitel

Eröffnung. Ein Toter klopft rührig an die Decke seines eichenen Totenschreins. Wie wild pocht der Leichnam auf die Truhe ein - zuerst mit einem alten Regenschirm, später mit dem Holzwanst seiner zinnoberroten Marionette, die man ihm vor Jahren in die hinabgesenkte Truhe legte, um einen geselligen Tod zu wappnen. Der Tote streckt sein starres Händchen aus dem Erdhügel, der über der Kiste zu einem leidigen Häufchen zusammenfiel und bei schlechter Witterung das kalte Regenwasser in den Sarg sickern ließ. Es scheint, als würde sich Leben breit machen in dieser Totenstadt.

Klopfzeichen.
Violine.

WERKELMANN

Wir schlagen - klopf-klopf - böse ein
auf diese kalte Truhe.
Ein Toter will leibhaftig sein
und gibt partout nicht Ruhe.

Er streckt das kalte Händchen dann
aus einem Totenhügel.
Wir klopfen, klopfen laut und bang!
Wer stirbt, dem wachsen Flügel.

Der Tote schleppt sein Beinchen jetzt
auf Teufels schwarzen Acker.
In einem Kleidchen abgewetzt
tanzt der Tote schicker-schacker.

Er spannt ein schwarzes Schirmchen auf
und huscht - HUSCH HUSCH - zum Totenpfuhl.
Ein Glöckchen klingelt - Toter lauf!
- und bringt den Jud' in Teufels Pool.

August? August? August!
Ich seh' ein Trumm mit Gäulen dran...
Die Klepper fahren Geisterbahn.
Die Schimmel gehen, kein Gaul soll stehen.
Der Kezman lässt die Gäule drehen!
Die Pferdchen drehn' sich ohne Ziel!
Ein Toter fährt gern Ringelspiel!
2. Ein Toter fährt gern Ringelspiel (6:27)
Zweites Kapitel

Der Werkelmann hockt auf einem Einbaum im Morast des Totenackers und lotst das spröde Holz planlos von einem Sumpfsteg zum anderen. Um den Hals trägt er eine Klingel, die er kopflos in den Wind schlägt. Immer wieder, immer lauter, immer gieriger. In seiner rechten Hand hält er einen karierten Stoffregenschirm, in der linken sein spöttisches Köpfchen. Er läutet dem Tod und sirrt sich lauthals in eine frostige Totennacht. "Er schreit aus mir, der Schreier", fährt es brabbelnd aus ihm und querfeldein zu den putzigen Ringelspielpferdchen, die wie halbherzig aufgezogen neben dem stinkenden Sumpf und zum verstimmten Wirrwarr eines Requiempianisten auf und ab hüpfen.

WERKELMANN

Es schreit ganz irr, der Tod aus mir!
Er lacht und spielt und tanzt mit mir!

Solo Klarinette/Violine

DES TEUFELS GENERAL (bemerkt, dass der Werkelmann seine Gruft verlassen hat)

Ene mene miste, was rappelt in der Kiste?
Ene mene meck-meck-meck, der Werkelmann ist weg!
DIE BUCKLIGE

Was treibt er, was planscht er im dreckigen Ried?
Ein Schirmchen als Segel, das Köpfchen im Glied.
Der Werkelmann wippt den Einbaum im Kot,
der Werkelmann ist tot!

DER WERKELMANN (verwirrt, sein Wort an den Tod gerichtet)

Ja schläft denn doch der Tod in mir?
Wo hockt er denn, wo hockt er mir? (Wo hockt er mir?)

DIE BUCKLIGE

Er schürt seine Pein, setzt den Spielmann auf die Pferdchen in die Longe!

BERTRAM, DER KNECHT (auffordernd)

Auf den Gaul, wer diesen kennt -
Der Tod sagt an: Die Kiste rennt!

SCHWARZE PUPPEN (Refrain)

Ein Toter fährt so gern' Ringelspiel, der Tod hutscht ihn töricht im Kreis!
Er fährt Ringereiha, die Schimmel lackiert, das Werkel vom Teufel geschmiert!
Die Schimmel lackiert...vom Teufel geschmiert!

SCHWARZE PUPPEN (Refrain)

Ja, klatscht in die Händchen, ihr Toten, was welkt ihr, was sterbt ihr denn hier?
Ja, seht bloß, ein Toter fährt Ringelspiel und reitet die goldigen Tier'!
Ja, hört diesen brabbelnden Toten, was friert er, was schlottert er hier?
Ja, seht bloß, ein Toter fährt Ringelspiel und reitet die goldigen Tier'!

SCHWARZE PUPPEN (geflüstert)

Klatscht in die Händchen, ihr Toten!
Was welkt ihr? Was sterbt ihr denn hier?

Es klatscht in die Händchen, der Werkelmann, er dreht seine sechzigste Rund!
Sein Schädel zerschellte am Boden dann, der Rotz rann ihm just aus dem Mund!

...aus dem Mund! ...dem Mund! ...aus dem Mund!

DER WERKELMANN (flüstert)

Am Rummelplatz steht alles still.
Der Tod hielt an das Holzgestell.

Die Schimmel stehen still. Tödlich still?
Wo ist mein Köpfchen? Verloren?

Der Tod (?) ist fort und ließ mich am Leben.

DER WERKELMANN (DIE BUCKLIGE)

Er haschte meinen Atem und zog mich aus dem Moor,
Er griente, dieser Clown, als ich fror.

Die Schimmel stehen still.

Er drehte meine Kurbel, und die Schimmel hutschten fort,
der Tod ließ mich bammeln und lief fort!

Die Schimmel stehen still.

DER WERKELMANN

Dreht die Kurbel - Leichenpack!
Holt den Teufel aus dem Sack!

SCHWARZE PUPPEN (Refrain)

Ja, klatscht in die Händchen, ihr Toten, was welkt ihr, was sterbt ihr denn hier?
Ja, seht bloß, ein Toter fährt Ringelspiel und reitet die goldigen Tier'!
...die Tier! ...den Tod?

den T-o-d!
3. Macht die Säge "siege-sage" (1:02)
Macht die säge "siege-sage"
DAS SCHAUKELKIND (summt)

Macht die Säge „siege-sage“,
macht die Wiege „wiege-wage“.
Wiege-wage macht der Wind,
in der Wiege schläft ein Kind.

DER SPIELMANN

Tu die Äuglein zu, mein Kind,
denn draußen weht ein böser Wind.
Will das Kind nicht schlafen ein,
bläst er in das Bett hinein,
bläst uns alle Federn raus,
und kratzt dem Fratz die Augen aus!

BERTRAM, DER KNECHT

Es rappelt und sirrt, in dies Sägen verirrt,
ein Kindlein - entflammt in sein Totengewand.

DER SPIELMANN (jammernd)

Ein Kind, ganz keck, am Pferdchen hockt’s und sägt zu Teufels Tanz,
dem Gaul ein Leck, ganz mürrisch bockt’s, in seinen dicken Wanst!

DER SPIELMANN (DIE BUCKLIGE)

Mein Kind, ganz dürr, dein Händchen sühnt den Teufel!
Es schnarcht sich laut dem Klepper in den Schlund.

DER SPIELMANN (singend)

Herbei, mein Kind!
Das Pferdchen wird matt von der Rumsägerei!
Der Buckel ganz blau, das Köpfchen geknickt!

DER SPIELMANN (DIE BUCKLIGE)

Mein Kind, ganz dürr, dein Händchen sühnt den Teufel!
Es schnarcht sich laut dem Klepper in den Schlund.

DAS SCHAUKELKIND (höhnisch)

Mein Pferdchen, dein Köpfchen ist weg?
Dein Köpfchen weg?

DIE SCHWARZEN PUPPEN (neugierig)

Wer reitet so schnell durch Nacht und Wind?
Das Schaukelkind. Das Schaukelkind?

DAS SCHAUKELKIND

Hopp, mein Gaul, über Stock, über Stein, ohne Kopf, mein Gaul!
Dieser Wind macht uns böse und flennt, wenn er sich in der Kiste verrennt!
Spielmann, ich bin tot und ganz modrig und faul.
Wozu braucht dann den Kopf dieser Gaul? Dieses lebende, schaudernde Maul.

Dein Köpfchen weg? Dein Köpfchen weg?
Dein Köpfchen ist weg!

Spielmann, sieh sein Maul, dieses darbende Maul!
Seine Wunde macht ihn erst zum Gaul, diesen sterbenden, schaukelnden Gaul!

DER SPIELMANN

Was sprichst du Kind, Gesindel?
Der Klepper hutscht geköpft hier im Dreck,
gab sein Leben für euch Kinder!

Lass uns seine mürbe Mähne kraulen!
Sein Gras in unseren leeren Mäulern kauen!
Hutschen gar zu zwei’n!
Ich schwing’ mich auf ihn!
Kindlein, nein, du hutscht mir nicht allein!
(Nun...schaukeln wir zu zwei’n!)

Der Gaul wippt blind – hüpf vorwärts, Kind.
Er stampft sein Köpfchen platt.
Ein Beinchen vor, das Ross erkor,
dich Fratz zum Schaukelkind!

Lass uns seine mürbe Mähne kraulen!
Sein Gras in unseren leeren Mäulern kauen!
Hutschen gar zu zwei’n!
Ich reite auf ihm!
Kindlein, nein, du hutscht mir nicht allein!
(Nun...schaukeln wir zu zwei’n!)

Klavier.

DIE BUCKLIGE

Das Kindchen hockt trüb auf dem Klepper und summt ihm ein Lied.

DER WERKELMANN

Wo ist das Köpfchen?
Schlug es das Tier?
Schlug es das Tier?
Schlug es dem Gaul das Köpfchen vom Schlund?

DIE BUCKLIGE
DER WERKELMANN

Der Gaul ist tot, das Kind hängt an ihm, die Händchen bluten wie das Tier.
Herzt das leide Schaukeltier...
Blutig zetert es dahin: „Mein Gaul mein Schaukelgaul ist hin!
Mein Gaul, mein G-a-u-l, mein G-a-u-l ist hin!“
4. Schaukelkind (5:41)
Drittes & Viertes Kapitel

Ein horrender Sturm bläst die Gräber zurecht, in den kahlen Löchern hören brabbelnde Gerippe eine schnurrende Säge auf und ab laufen. Als der Spielmann aus seiner versenkten Grube steigt, sieht er ein Kind auf einem morschen Hutschpferd hocken. Es sägt dem Gaul den Kopf ab und summt ein Schlaflied.

DAS SCHAUKELKIND (summt)

Macht die Säge "siege-sage",
macht die Wiege "wiege-wage".
Wiege-wage macht der Wind,
in der Wiege schläft ein Kind.

DER SPIELMANN

Tu die Äuglein zu, mein Kind,
denn draußen weht ein böser Wind.
Will das Kind nicht schlafen ein,
bläst er in das Bett hinein,
bläst uns alle Federn raus,
und kratzt dem Fratz die Augen aus!

BERTRAM, DER KNECHT

Es rappelt und sirrt, in dies Sägen verirrt,
ein Kindlein - entflammt in sein Totengewand.

DER SPIELMANN (jammernd)

Ein Kind, ganz keck, am Pferdchen hockt's und sägt zu Teufels Tanz,
dem Gaul ein Leck, ganz mürrisch bockt's, in seinen dicken Wanst!

DER SPIELMANN (DIE BUCKLIGE)

Mein Kind, ganz dürr, dein Händchen sühnt den Teufel!
Es schnarcht sich laut dem Klepper in den Schlund.

DER SPIELMANN (singend)

Herbei, mein Kind!
Das Pferdchen wird matt von der Rumsägerei!
Der Buckel ganz blau, das Köpfchen geknickt!

DER SPIELMANN (DIE BUCKLIGE)

Mein Kind, ganz dürr, dein Händchen sühnt den Teufel!
Es schnarcht sich laut dem Klepper in den Schlund.

DAS SCHAUKELKIND (höhnisch)

Mein Pferdchen, dein Köpfchen ist weg?
Dein Köpfchen weg?

DIE SCHWARZEN PUPPEN (neugierig)

Wer reitet so schnell durch Nacht und Wind?
Das Schaukelkind. Das Schaukelkind?

DAS SCHAUKELKIND

Hopp, mein Gaul, über Stock, über Stein, ohne Kopf, mein Gaul!
Dieser Wind macht uns böse und flennt, wenn er sich in der Kiste verrennt!
Spielmann, ich bin tot und ganz modrig und faul.
Wozu braucht dann den Kopf dieser Gaul? Dieses lebende, schaudernde Maul.

Dein Köpfchen weg? Dein Köpfchen weg?
Dein Köpfchen ist weg!

Spielmann, sieh sein Maul, dieses darbende Maul!
Seine Wunde macht ihn erst zum Gaul, diesen sterbenden, schaukelnden Gaul!

DER SPIELMANN

Was sprichst du Kind, Gesindel?
Der Klepper hutscht geköpft hier im Dreck,
gab sein Leben für euch Kinder!

Lass uns seine mürbe Mähne kraulen!
Sein Gras in unseren leeren Mäulern kauen!
Hutschen gar zu zwei'n!
Ich schwing' mich auf ihn!
Kindlein, nein, du hutscht mir nicht allein!
(Nun...schaukeln wir zu zwei'n!)

Der Gaul wippt blind - hüpf vorwärts, Kind.
Er stampft sein Köpfchen platt.
Ein Beinchen vor, das Ross erkor,
dich Fratz zum Schaukelkind!

Lass uns seine mürbe Mähne kraulen!
Sein Gras in unseren leeren Mäulern kauen!
Hutschen gar zu zwei'n!
Ich reite auf ihm!
Kindlein, nein, du hutscht mir nicht allein!
(Nun...schaukeln wir zu zwei'n!)

Klavier.

DIE BUCKLIGE

Das Kindchen hockt trüb auf dem Klepper und summt ihm ein Lied.

DER WERKELMANN

Wo ist das Köpfchen?
Schlug es das Tier?
Schlug es das Tier?
Schlug es dem Gaul das Köpfchen vom Schlund?

DIE BUCKLIGE
DER WERKELMANN

Der Gaul ist tot, das Kind hängt an ihm, die Händchen bluten wie das Tier.
Herzt das leide Schaukeltier...
Blutig zetert es dahin: "Mein Gaul mein Schaukelgaul ist hin!
Mein Gaul, mein G-a-u-l, mein G-a-u-l ist hin!"
5. Der Teufel hält die Fäden (3:28)
Fünftes Kapitel

BERTRAM, DER KNECHT

Der Spielmann ist der König auf dem Puppenthron,
der Monarch, ein Regent mit `nem Bettlerlohn.
Ja, spielt mit Pfiff, dieser Leiermann...
den Puppen auf zum Sang!

KEZMAN

Spielt der Jude click und clack,
macht die Puppe hick und hack.
Doch der Teufel hält die Fäden,
wenn die Leiche Ausgang hat!

DIE BUCKLIGE (trällert)

BERTRAM, DER KNECHT

Der Spielmann ist der Schnitzer dieser Puppenstadt;
ein Quidam, der zum Tanz und um Frohsinn bat.
Nun ist er tot, der Leiermann...
Doch damit fängt es an!

DIE BUCKLIGE

Als Leich' ward er erwacht aus seinem Totenkahn,
völlig dürr und gemacht für die Geisterbahn.
Spielt gebannt, in bleich' Gewand!

SCHWARZE PUPPEN

Und dennoch ist er tot!

KEZMAN

Spielt der Jude click und clack,
macht die Puppe hick und hack.
Doch der Teufel hält die Fäden,
wenn die Leiche Ausgang hat!

DIE BUCKLIGE (trällert)

Solo Akkordeon

KEZMAN (DIE BUCKLIGE)

Wer hält denn hier die Fäden, wem sind sie denn ergeben,
all die schwarzen Puppen sind in Teufels Hand!

DER SPIELMANN

Mein Bett ist kalt und zäh...
Es friert mich wund und hält mich bleich,
es quält mich laut und ist nicht weich.
Nichts ich fand, was schön dort war,
kein Püppchen tanzt' in heller Schar!

DIE SCHWARZEN PUPPEN

Spiel dein Lied, ja dreh den Puppensong!
Schnarr ein Liedchen, lass uns wackeln, spiel für uns den Leiermann!

DER SPIELMANN

Spielen soll ich, tot und bleich?
Ja, ja, ja...ich...
Ich spiel für euch am Totenacker,
dreh mich wund', in dieser Stund',
Teufel, hältst du mir die Fäden,
wenn ich meine Kurbel dreh'?

DIE SCHWARZEN PUPPEN

Spiel dein Lied, ja dreh den Puppensong!
Schnarr ein Liedchen, lass uns wackeln, spiel für uns den Leiermann!

Klarinette

DIE BUCKLIGE

Sie feiern seine Lieder in der Puppenkluft,
waren Klotz, sind nun Leich' in der Judengruft.
Sind Gold für ihn und röcheln schrill...

SCHWARZE PUPPEN

Und dennoch sind sie tot!
6. Mit einem purpurroten Leichenkarren (1:02)
Sechstes Kapitel

WERKELMANN

Mit einem purpurroten Leichenkarren wollen 4 Tote in die Kreisstadt fahren.
Ganz abgezehrt das Gaulgespann, das munter vor die Karre sprang.
Der grimmig alte Vladimir hockt in der Droschke hinter mir.
Die Füßchen scheppern laut und rein, der Russe sauft den deutschen Wein.
Vor mir hockt der Jonathan, er starb in einer Kegelbahn...
und liebte eine Jüdin gar als er noch quietschlebendig war.
Daneben sitzt der Kinderzar, der war ein frischer Brettspielnarr.
Er birgt die Knute in der Hand und spielte Schach im ganzen Land.
Ich liebe diese Toten, da hock ich nun mit all den Narren,
die Droschke läuft, ein roter Karren wird heute in die Kreisstadt fahren.
7. Macht Platz und lasst die Toten vor! (1:23)
Siebtes Kapitel

WERKELMANN

Drescht das Pferdchen in die Stadt!
Drescht den Gaul! Drescht den Gaul!

So läuft das Pferdchen in die Stadt, wenn jede Leich' ein Plätzchen hat,
und vor dem runden Marktplatz dann, hält Jonathan die Droschke an.
"Die Toten klauen die Rüben aus dem Pott", sagt ein alter Herr im bunten Clownkostüm.
"Dobre djen! Dobre djen!" - Die Toten grüßen laut und klauen den Weibern noch das Zelt.

Eine Möhre steckt im Leichenschlund, das Grünzeug guckt dem Leichnam aus dem Mund.
Dem Rabenvater Theodor spielen sie dann ein Kunststück vor.
Der Säufer nuschelt tot und laut: "Der Fusel brennt!" "Der Fusel brennt!"
Der Werkelmann maust Nüsse aus dem Sack und rennt.

Die Droschke rollt zum Eisentor: "Macht Platz und lasst die Toten vor!"
Vorbei der alte Pferdekarren! "Macht Platz und lasst die Toten vor!" Die Karre kullert fort!
Er kommt ins Fahren, der rote Karren, und rumpelt heim zur Geisterbahn.
8. Das Mädchen im Prinzessinnenkleid (4:34)
Achtes Kapitel

Ein Mädchen im grünen Prinzessinnenkleid hockt barfuß auf einem wackligen Stuhl vor einer staubigen Jammertruhe, die sich in der Sudelei all der schlampigen Toten in ein furchtbares Werkel verwandeln ließ. Um den Hals trägt das Kind eine Melodika geschnallt, in ihren Mundwinkeln hängt eine alte Kindertrompete. Aus den gesäumten, doch löchrigen Taschen luchsen verschiedene Plastikpfeifchen und -tröten hervor. Die Figur des "Mädchens im Prinzessinnenkleid" versteht sich als merkwürdige Mischung aus verletzlicher Kindfrau, morbider Musikclown und kindlicher Chansonstar und ist somit erst Gast und dann Bewohner jen' sterbender Gegend. Vom Teufel geritten klimpert das Mädchen auf den angesäuerten Tasten dieses Wimmerkastenpianos und starrt in die Leere der durchwegs stickigen Sumpflandschaft. Zur selben Zeit kauert Kezman, des Teufels General, in einer Furche vor dem Ringelspielgau und dreht an Urians Kurbel. Er holt das Kind zu den Toten.

EINLEITUNG

Das Mädchen summt und summt, klimpert und klimpert.

DER TOTMACHER (flüstert)

Komm, komm, mein Kind, des Teufels Wind entfärbt deinen salzlosen Leib.

KEZMAN

Er hascht dich zum Glück und mordet ein Stück, er macht dich zum ruchlosen Weib!

DER TOTMACHER (flüstert)

Er streichelt dein Haar und küsst unsagbar.
Mein Kindlein, so schön ist der Tod!

DER TOTMACHER
DIE BUCKLIGE

Das Mädchen im Prinzessinnenkleid, es kratzt so furchtbar am Tod.
Es huscht ganz blass in Sumpfes Gezeit und springt in den eigenen Tod.

KEZMAN (flüstert)

Der Körper wird kalt und ihr Atem verhallt!

BERTRAM, DER KNECHT
DIE BUCKLIGE

Das Mädchen im Prinzessinnenkleid vergällt in Teufels Gemach.
Es tränkt sein Kleid in die moderige Luch und stirbt ohne Zank und Gelach`!

CAMBIASSO

Du welkendes Ding, so makellos rein,
versenkst deinen eigenen Schrein.

WERKELMANN (DIE BUCKLIGE)

So klein ist der Tod, wenn er's Kindlein entdeckt,
wenn er schaukelt sein bitteres Boot.

Du, mein Fratz, gehorsames Kind,
tauchst ein in diesen Tümpel.
Dein Kleid, es nässt dich blass und fahl und dürr und klebt an dir - wie der Tod?
Du sinkst in diesem Weiher ein (Wo ist dein Händchen?).
Spürst du ihn? Er macht dich nass und kalt und blau und...hübsch!

DIE BUCKLIGE

Kindlein, so schön ist dein schmutziges Haar!
Es zappelt im dreckigen Pfuhl!
WERKELMANN (DIE BUCKLIGE)

Du, mein Fratz, ach sterbendes Kind,
hüllst ein dich in teuflischem Wind!
Dein Kleid, es nässt dich blass und fahl und dürr und klebt an dir - wie der Tod?
Du sinkst in diesem Tümpel ein (Wo ist dein Köpfchen?).
Spürst du ihn, er macht dich nass und kalt und blau und... teuflisch!

DIE SCHWARZEN PUPPEN (DIE WEISSEN PUPPEN)

Das Ding ist fort!
Das Kind ist tot!
Wo ist das Kind?

Das Kind...es lebt...bei uns!
Wo ist das Kind?

Das Kind...ist nun...bei uns!
9. Klezmerabend (0:32)
10. Totenackerswing (4:11)
11. Du wundervoller Zeitvertreib (2:51)
12. Liebt dich Range die Dohle? (2:27)
13. Schwarze Puppen (3:39)
14. Es reiten die Toten so schnell (5:38)
15. Die flüchtige Leiche (1:48)
16. Das Gerippe geht dem Ausgang zu (4:14)
17. Die graue Welt macht keine Freude mehr (2:51)
18. Er blieb noch ein Weilchen am Leben (3:25)
19. Zehn tote Hampelmänner (0:57)
20. Der Kirchhof spielt zum Leichenschmaus (4:57)
21. Hoppa Hoppa Reiter (Requiemmix) (0:41)
22. Mein Gaul, mein Gaul verreckt im Dreck (3:09)
23. Siehst du dein Köpfchen im Spiegel? Nein! (3:43)
24. Der Vorhang fällt (4:33)
Info / Statistics
Bands : 28,300
Albums : 101,888
Reviews : 6,572
Lyrics : 94,507
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